27  november  2004,  Iserlohn wint verrassend in Portugal van Portosantense

Iserlohn heeft verrassend de uitwedstrijd in eerste ronde van de de CERS cup tegen Portosantense met 3-4 gewonnen. Maar omdat de thuiswedstrijd met 7-1 verloren ging gaan de favorieten uit Portugal toch door naar de tweede ronde. Maar met 3-4 winnen in Portugal is natuurlijk een fantastisch resultaat voor de Duitse club met Nederlandse inbreng. 
Hieronder volgen enkele artikelen uit de Duitse kranten:

Bericht des Iserlohner Kreisanzeiger vom 23.11.2004


Sternstunde des Iserlohner Rollhockeys
Detlef Iwanowski nach dem 4:3 auf Porto Santo: "Unbeschreibliches Gefühl" / Lob für portugiesische Gastgeber

Iserlohn. (wis) Auch zwei Tage nach dem denkwürdigen Spiel kreisen seine Gedanken um diese absolute Sternstunde des Iserlohner Rollhockeys. Mit 4:3 gewann die ERGI beim haushohen Favoriten Portosantense, und Abteilungschef Detlef Iwanowski kostet das Glücksgefühl in vollen Zügen aus.

Eine denkwürdige Partie absolvierte die ERGI bei Portosantense. Nach dem 1:7 im Hinspiel gewannen die Iserlohner sensationell mit 4:3 - trotz des Ausscheidens ein Riesenerfolg.            Foto: Privat

   Ich habe mich bei Franz Willems erkundigt. Und der ist sicher, dass zuletzt 1978 eine ERGI-Mannschaft in Portugal gewonnen hat. Das war eine sensationelle Leistung und ein Tag, den man so schnell nicht vergisst", sagte Iwanowski. Er sprach von Gefühlen, die man kaum beschrieben könne, von den Tränen, die ihm nach dem Triumph in den Augen standen. Vergessen waren mit einem Schlag die Reisestrapazen. 14 Stunden am Freitag, fast 15 Stunden am Sonntag. Und vergessen waren auch die beträchtlichen Kosten des Europacup-Trips der 16-köpfigen ERGI-Delegation: Rund 600 Euro Reisekosten pro Spieler, dazu die Aufwendungen für die Verpflegung. "Zum Glück haben wir Sponsoren, die uns helfen, eine solche Summe zu stemmen", erläuterte Iwanowski und fügt hinzu. "Die Spieler selbst sind sehr bescheiden. Sonst könnten wir uns das überhaupt nicht erlauben." Aber künftig muss im Verein wieder mehr gespart werden, um diese Ausgaben zu kompensieren. 
   Solche Probleme sind den Portugiesen fremd. Vollprofis, die zweimal täglich trainieren, sind es gewohnt, optimale Bedingungen vorzufinden und ständig umsorgt zu werden. Bei den Amateuren der ERGI hingegen ist es etwa für die Holländer selbstverständlich, zweimal wöchentlich 400 Kilometer Autofahrt für das Training in Iserlohn auf sich zu nehmen. "Etwas verrückt muss man schon sein", meinte Iwanowski.
   Er saß während des Spiels auf Porto Santo auf der Ehrentribüne neben dem Manager des Tabellendritten der portugiesischen Liga. "Der war bis zum Ausgleichstor ganz entspannt, wurde dann aber enorm nervös." Gefreut hat den ERGI-Boss, wie die Gastgeber bei aller Enttäuschung über die Schmach der Heimniederlage dem Team aus Deutschland herzlich gratulierten. "Die Gastfreundschaft war wirklich vorbildlich. Die haben sich toll um uns gekümmert", lobte Iwanowski. Nach dem Match trafen sich die Mannschaften zum gemeinsamen Essen. Die Profis bekamen Wasser serviert, die Sensationssieger aus Iserlohn orderten reichlich Bier und stimmten sich auf eine lange Siegesfeier ein.
   Den Rückenwind des Europacup-Erfolges soll nun der RSC Cronenberg zu spüren bekommen. Am Donnerstag geht es in der Bundesliga weiter und gleich mit dem Knüller in Wuppertal.


Bericht des Iserlohner Kreisanzeiger vom 22.11.2004


Sensation! ERGI siegt in Portugal

4:3 im Rückspiel nach grandioser Leistung

Portosantense. 
"Das ist die größte Rollhockey-Sensation der letzten zwanzig Jahre", jubelte Detlef Strugala nach dem Sieg seiner ERGI im Europacup-Rückspiel beim haushohen Favoriten. Ausgeschieden sind die Iserlohner nach dem 1:7 im Hinspiel aber trotz dieser bravourösen Leistung.

Im Hinspiel setzte sich Portosantense mit 7:1 durch (hier eine Szene), am Samstag gewann sensationell die ERGI. Foto: M. May

CERS-Cup: Portosantense - ERG Iserlohn 3:4 (3:0). Es war einer der bedeutendsten Siege der Vereinsgeschichte, von dem man in Iserlohner Rollhockey-Kreisen noch lange reden wird. Rund
1000 Zuschauer in der Halle waren zunächst sprachlos, applaudierten dann aber dem krassen Außenseiter, der eigentlich klar geschlagen werden sollte. Wie beim 6:0 im letzten Jahr. Und nach einem solchen Resultat sah es wieder aus. Nachdem die Gäste in der Anfangsphase zwei Penaltys (Videla und Nunez) nicht verwandeln konnten, sorgten die Hausherren mit einem Doppelschlag (8., 9.) für das 2:0. Und als sie kurz vor der Pause auf 3:0 erhöhten, dachte wohl niemand in der Halle an diese schier unglaubliche Wende.
   Die ERGI ließ den Gegner kommen, der sich gegen die stabile Abwehr nur selten gut in Szene setzen konnte. Und die Gäste bauten ganz auf Konter. "Das Spielfeld ist zwei Meter länger und breiter als bei uns. Als wir uns daran gewöhnt hatten, liefen die Kombinationen besser", erläuterte Strugala. Van Gemerts Penalty (33.) zum 3:1 nahmen die Portugiesen noch gelassen hin, doch als Nunez nach toller Einzelleistung das 3:2 erzielte, machte sich bei den siegessicheren Hausherren Nervosität breit. Die Fernsehreporter (TV-Liveübertragung) wirkten kleinlaut, weil der Außenseiter nicht locker ließ.
   Als van Gemert dann sogar ausglich (44.), herrschte kurzzeitig Totenstille in der Halle. Doch dann kam Portosantense. Die Mannschaft wollte mit Macht die drohende Schmach verhindern. Aber die Iserlohner kämpften aufopferungsvoll, und sie hatten nach Videlas 3:4 (47.) die Sensation vor Augen. Die Portugiesen erhöhten weiter die Schlagzahl, aber die ERGI hielt stand. Und als Tripp 30 Sekunden vor Schluss einen Penalty abwehrte, war ein denkwürdiger Triumph perfekt.
ERGI: Tripp; Nunez, Dove, van Gemert, Teelen, Samudol, van Gerven, Iwanowski, Videla, Kaiser.



Bericht des Iserlohner Kreisanzeiger vom 15.11.2004

 
Portugiesische Perfektionisten machten Unterschied deutlich

Aber ERGI hielt bei 1:7 Niederlage im Europa-Cup besser mit, als es das Ergebnis verriet

Von Ullrich May

Iserlohn.
Am Ende waren sich alle einig: Die ERGI hatte im Achtelfinal-Hinspiel um den CERS-Cup gegen die portugiesischen Profis von Portosantense weitaus besser mitgehalten, als es das Ergebnis von 1:7 verriet.


Rollhockey: ERG Iserlohn - Portosantense 1:7 (0:2). Zugegeben: Eine Niederlage wäre selbst bei günstigstem Spielverlauf kaum vermeidbar gewesen. So leistungsstark sind die südeuropäischen Berufssportler, so gewandt, so schnell, so kombinationssicher - mit diesen Perfektionisten können deutsche Amateurteams, auch wenn sie wie die ERGI mit Argentiniern und Holländern spielen, nicht ernsthaft konkurrieren.

Aber die Iserlohner schafften es, die Partie über weite Strecken offen zu gestalten. Sie wurden selbst initiativ, nahmen das Tempo an und verbuchten zahlreiche Torchancen. Hätten sie nur einen Bruchteil davon genutzt, so wäre das Resultat deutlich freundlicher ausgefallen. Aber die Abschlussschwäche war zu groß. Hinzu kam, dass die Gäste zwischen den Pfosten mit US-Nationalkeeper Brian Stallman und Joao Ferreira exzellent besetzt waren.

Die ERGI, im Bild unten mit Carlos Nunez, zeigte eine couragierte Leistung. Doch am Ende hatte Portosantense klar gewonnen. Das freute kleine und große Portugal-Fans ebenso wie den portugiesischen Konsulatsvertreter Sidonio Goncalves, oben links im Radio-Interview.
Fotos: M. May






































Die ERGI startete vor gut 300 Zuschauern in der Hemberghalle spürbar ehrgeizig und selbst- bewusst. Schon in der Anfangs- phase gab es erste Möglichkeiten für den Außenseiter, und als Carlos Nunez nur unfair zu stoppen war, entschied der holländische Schiedsrichter Ton Sörensen sofort auf Penalty. Die Riesenchance zur Führung also, aber Julio Videla vergab sie (6.).
   Der portugiesische Erstligist antwortete mit verstärktem Angriffsdruck, und Keeper Carsten Tripp bewies vor den Augen von Bundestrainer Johan van Diejen, dass er zurecht die aktuelle deutsche Nummer eins ist. Gestützt auf seine tollen Paraden konterte die ERGI gefährlich. Videla und van Gerven scheiterten, dann verweigerte der Unparteiische den Hausherren einen weiteren Penalty, als Keeper Stallman seinen (zerbrochenen) Schläger verlor.
   Die Kommandos von Portosantense-Trainer Paulo Batista schienen schon etwas nervöser zu werden, als plötzlich das 0:1 fiel. Einen in die Mitte abgewehrten Ball nahm Alan Fernandes dankbar als Geschenk an. Immerhin hatte es bis zur 14. Minute gedauert, bis dieser Treffer zustande kam. Einen Bruch im Iserlohner Spiel verursachte das Gegentor aber nicht. Erst in der 21. Minute ließ sich Arjan van Gerven von Joel Coelho ausspielen und es hieß 0:2.
   Nach der Pause knüpfte die ERGI unverdrossen an ihre engagierte Vorstellung an. Bei hochkarätigen Chancen für van Gerven und Videla (plus Nachschuss Nunez) lag der Anschlusstreffer in der Luft. Da musste das 0:3 (31.) durch Tiago Santos´ Konter wie eine kalte Dusche wirken.

 

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